In Walle habe Ich habe Holm Eggers getroffen und dort einige Gespräche mit Unternehmern geführt.

Diese Gespräche sind für mich sehr wichtig, da ich hierdurch einen Einblick in die Herausforderungen der hiesigen Firmen erhalte, die mir als Polizeibeamtin meist nicht bekannt sind.

Ich verstehe meine Aufgabe darin, mitzuhelfen, unsere Heimat weiterzuentwickeln und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger aber selbstverständlich auch der Unternehmerinnen und Unternehmer zu vertreten und ggf. politische Entscheidungen hierdurch mitgestalten zu können.

Das Traditionsunternehmen aus Walle wird in der vierten Generation geführt und schlägt mehrere Tonnen Sand, Schotter und Kies und Steine täglich um, die teilweise hier in der Region abgebaut und sämtliche in der Region verarbeitet werden. Vielfältige bürokratische Genehmigungen sind hierfür erforderlich die teilweise wissenschaftlich begründet werden müssen, damit der Abbau bzw. der Neubau von Straßen, Wegen und Plätzen erfolgen kann.

Eine Vielzahl von Ämtern sind bei den Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Hier ist ganz deutlich eine „Verschlankung“ bzw. Entbürokratisierung erforderlich. Auch das Führerscheinrecht, das vor einigen Jahren neu geregelt worden ist, trägt erheblich zu Schwierigkeiten bei dem Anwerben von Fachkräften bei. Während vormals der Führerschein beispielsweise bei der Bundeswehr erworben werden konnte und die jungen Männer (ja damals waren es überwiegend Männer) sich hiermit beispielsweise bei einem solchen Unternehmen bewerben konnte, entfällt dies und der Führerschein muss im Vorfeld erworben werden. Auch die Beschränkung des Führerscheines auf fünf Jahre, sowie die notwendigen Fortbildungsmaßnahmen zum Erhalt des Führerscheines erschweren es, Fachkräfte dauerhaft zu binden. Mit einem großen Fuhrpark ist dieses Unternehmen – wie viele andere auch – von dem Krieg in der Ukraine, den damit einhergehenden höheren Kosten für Treibstoffe besonders betroffen.

Auch wenn viele Transporte, insbesondere was den Einkauf von Steinen betrifft mittlerweile mit der Bahn erfolgen, so sind doch einige an LKW-Fahrten auf der Straße zurückzulegen. Ungünstig ist hierbei, dass durch Aurich zwei Bundesstraßen führen, die sowohl von den Touristen, den Bürgerinnen und Bürgern und der Industrie befahren werden und hierdurch eine erheblicher Zeitverlust in Kauf genommen werden muss.

Dass dieses Unternehmen jedoch auch zukunftsweisende Ideen verfolgt, zeigt eine Beantragung einer Photovoltaikanlage auf dem Wasser – den eigenen Kiesgruben – bereits vor einigen Jahren. Hierdurch könnte nicht nur der benötigte Strom für die Maschinen klimaschonend produziert werden, sondern auch ein Beitrag für das klimafreundliche Aurich entstehen.

Mein Dank für den offenen und informativen Austausch geht an Carsten und Christian Siebels.